Am vergangenen Wochenende fand unter der Leitung von Christian Wedewardt der zweite Teil der Heian-Kata-Bunkai-Serie statt. Zahlreiche Karatekas kamen erneut zusammen, um sich intensiv mit der Anwendbarkeit der Heian-Katas auseinanderzusetzen.
Nach einer kurzen, aber sehr intensiven Wiederholung der Inhalte aus Teil 1 zu den ersten drei Heian-Katas, stand der Samstag ganz im Zeichen der Heian Yodan. Diese Kata führte die methodische Entwicklung der vorherigen Heian-Katas konsequent fort. Ähnlich aussehende Techniken erhielten dabei eine völlig neue Bedeutung. Christians klare Philosophie: Es ergibt keinen Sinn, identische Anwendungen in unterschiedlichen Katas zu wiederholen. Wenn eine bestimmte Anwendung genutzt wird, sollte auch die dazugehörige Kata herangezogen werden. Entsprechend haben gleiche Techniken in höheren Katas eine andere Funktion und Aussage. Die Heian Yodan zeigte sich dabei – nicht zuletzt durch die offenen Hände – als klar auf Greif- und Kontrolltechniken spezialisiert.
Der Höhepunkt der Heian-Reihe folgte am Sonntag mit der Heian Godan. Hier kamen verstärkt Hebel- und Wurftechniken zum Einsatz. Nach dem Abschluss der Heian-Reihe wurde deutlich, dass sich das neu erworbene Wissen auch hervorragend auf die unteren Katas übertragen lässt. Genau diese methodische Herangehensweise macht das Konzept von Christian so einzigartig: Schritt für Schritt wird vermittelt, wie man von den ersten Bewegungen an lernt, sich effektiv zu verteidigen – mit kontinuierlich steigendem Schwierigkeitsgrad.
Besonders spannend wurde der Gedanke, die gesamte Reihe mit dem gewonnenen Wissen wieder rückwärts von der Heian Godan bis zur Heian Shodan zu durchlaufen – eine „Hausaufgabe“, die Christian den Teilnehmenden mit auf den Weg gab.
Ein zentrales Fazit des Wochenendes: Man muss nicht fünf oder zehn Jahre Karate trainieren, um erste praktische Anwendungen zu verstehen und umzusetzen. Christian hat es geschafft, Karate erlebbar, greifbar und anwendbar zu machen. Alle waren sich einig – unabhängig vom individuellen Erfahrungsstand wurde das eigene Level spürbar angehoben.
Ein herzlicher Dank gilt auch Christina, die sich hervorragend um die Organisation gekümmert hat. Es war erneut ein intensives, lehrreiches und rundum gelungenes Wochenende. Vielen Dank! 🥋